Die Rheinpfalz
Frisches Geld für offene Planstellen
FUSSBALL: FCK-Chef Stefan Kuntz froh über Doppelpass mit Pfalzwerken
LUDWIGSHAFEN (zkk).
Es war ein Besuch bei alten Freunden: „Sechzig“ und der FCK – das passt. Am 11. Spieltag der neuen Zweitliga-Saison sehen sich 1860 München und der 1. FC Kaiserslautern, der den Test an der Grünwalder Straße 0:1 (0:0) verloren hat, auf dem Betzenberg wieder. Dann wollen die Lautrer auch Alternativen und Ergänzungen zu ihrem Ein-Mann-Sturm in Gestalt von Marcel Ziemer im Kader haben. „Wir versuchen für diese Position zwei Spieler zu holen“, bekräftigte FCK-Trainer Milan Sasic nach der unnötigen Niederlage bei den „Löwen“. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: So ergangen ist’s Martin Amedick, der zehn Minuten vor dem Ende nach Göktans fünfter Ecke das Eigentor fabrizierte, das den Test für die „Löwen“ entschieden hat. „Amedick trifft wieder“, scherzte Kapitän Axel Bellinghausen, dessen Galgenhumor dem kopfballstarken Unglücksraben nur ein bitteres Lächeln entlockte. „Das war einfach unglücklich, der Ball ist mir ans Schienbein gesprungen“, beschrieb der Ex-Dortmunder sein Missgeschick. Doppelt ärgerlich, denn der FCK hatte das Spiel nach gut einer halben Stunde in Griff bekommen, gut kontrolliert und einige gute Chancen. „Es war wie eigentlich schon in der ganzen Vorbereitung. Wir haben sicher gestanden, kaum Chancen zugelassen“, befand Amedick, der bis auf eine Ausnahme gut mit dem resoluten Kollegen Moussa Ouattara harmonierte. „So wie wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben, hat mir das schon gefallen“, sagt Sasic, der ob der offenen Planstellen im Kader nicht wehklagen möchte. „Das Interesse von Spielern am FCK ist nach wie vor groß. Unser Problem ist, dass wir sehr spät mit unseren Planungen dran sind“, erinnert der Coach mit Blick zurück auf den Tanz auf der Rasierklinge, der erst am 18. Mai beendet war. Und da war die Lizenz noch keineswegs gesichert. „Wir tun alles, damit sich so etwas nie mehr wiederholt“, unterstreicht der Trainer die Anstrengungen, einen Kader mit Klasse und Zukunft zu formieren. Sasic lächelnd: „Natürlich war’s am Ende schön, wir haben den Klassenerhalt in der Zweiten Liga toll gefeiert – das schlechteste Ergebnis der Vereinsgeschichte …“.
„Wir haben wirtschaftlich unheimlich Probleme“, sagte Stefan Kuntz gestern bei der Vorstellung der Kooperation mit den Pfalzwerken in Ludwigshafen. Die von Kuntz im Abstiegskampf gestartete „Herzblut“-Kampagne wird nun durch die „Herzblut-Strom“-Aktion der Pfalzwerke ergänzt. 105.000 Euro pro Jahr garantiert dem FCK der Vertrag. Entschließen sich mehr als 5250 Kunden für den „FCK-Tarif“, erhöht sich die Summe; denn pro Vertrag erhält der Verein 20 Euro.
Die „Herzblut“-Aktion wird parallel mit einem verbilligten Dauerkartenangebot für zwei Jahre fortgesetzt. „Das ist ein sehr, sehr wichtiger Tag für den FCK“, sagte Kuntz und beschwor den Doppelpass mit dem angesehenen Unternehmen der Region. In den entscheidenden Wochen des Abstiegskampfes habe man im Stadion getagt, sei fasziniert von der Atmosphäre der WM-Arena gewesen und habe sich entschlossen, dem Verein zu helfen, erinnerte Pfalzwerke-Vorstandsmitglied Werner Hitschler. Stefan Kuntz sagte, der FCK habe in der Zweiten Liga deutlich niedrigere TV-Einnahmen als in der Bundesliga, und müsse neue Finanzquellen erschließen. Auch, um ein, zwei neue Stürmer finanzieren zu können … Am Sonntag (ab 12 Uhr) feiert der FCK sein Stadionfest. Höhepunkt wird das Gastspiel des Bundesligisten 1899 Hoffenheim um 17.30 Uhr sein. Die Zuschauer haben freien Eintritt. „Ein Dankeschön an unsere Fans“, sagt FCK-Chef Kuntz.


